Wie alles begann...

In einem ehemaligen Steinbruch errichtet und eingebettet in den stadtnahen Park, zählt die Mülheimer Freilichtbühne zu den schönsten Naturbühnen Nordrhein-Westfalens. Am 28. Juni 1936 wurde sie von den Nationalsozialisten als sogenannte „Thingstätte“ mit Shakespeares „Sommernachtstraum“ feierlich eröffnet. Danach diente der Ort den Nazis fast ausschließlich für Fackelaufzüge und Propagandaveranstaltungen. Der 1939 beginnende Krieg beendete schlagartig alle Veranstaltungen dort und hinterließ seine Spuren. Ein in den Fels geschlagener Bunker diente den Anwohnern als Zuflucht und dem Evangelischen Krankenhaus als Lazarett. Die hölzernen Sitzbänke der Bühne wurden von der notleidenden Bevölkerung abgebrochen und als Brennmaterial verheizt.

 


Nach dem Krieg...

Nach Kriegsende konnten die Schäden schließlich nach und nach beseitigt werden. Von da an gab es ein ständiges Auf und Ab in der Nutzung der Spielstätte: Auf die Wiedereröffnung am 30. Juni 1954 mit Bizets Oper "Carmen" folgte in den Jahren 1954 bis 1965 ein umfangreiches Programm: Der BC Ringfrei Mülheim nutzte die Freilichtbühne für seine Boxveranstaltungen und Wettkämpfe und es fanden  insgesamt 56 Opern-, Operetten- und Schauspielaufführungen in der Freilichtbühne statt.    

Dann wurde es still um die Freilichtbühne. Im Sommer 1971, als zum ersten und einzigen Mal die Karl-May-Festspiele in Mülheim stattfanden, erlebte die Anlage an der Dimbeck mit dem "Geheimnis der Bonanza" noch einmal eine beeindruckende Renaissance. „Traber-Show“ mit Hochseilartistik, „Schools-Out“-Musikfestivals zum Ferienbeginn oder sporadische Konzerte im Rahmen des Mülheimer „Kultursommers“ prägten in Folge eine unstete Nutzung der Freilichtbühne, bis diese dann schließlich in einen langen Dornröschenschlaf fiel.


Neubeginn und Netzwerk

2000 gründete sich der Verein “Freunde der Freilichtbühne Mülheim an der Ruhr“, um die Spielstätte wieder zu beleben. 2004 stieß die „Regler Produktion e.V.“, ein Zusammenschluss Mülheimer Künstler, Musiker und Techniker,  hinzu und betreibt seit 2014 gemeinnützig als alleiniger Pächter die Freilichtbühne. Mit Veranstaltungen aller Art gelingt es den „Reglern“, Menschen generationsübergreifend qualitätsvolle Kultur unter dem Motto „Kultur aus dem Hut!“ bei freiem Eintritt zu bieten und eine breite öffentliche Aufmerksamkeit für diesen Ort in Mülheim an der Ruhr und darüber hinaus zu erzielen  ( in 2017 über 50.000 Besucher an über 50 Terminen). Der Ursprungsbestimmung der Freilichtbühne, mit dem „Park an der Dimbeck“, der Stadtgesellschaft Erholung, Begegnung und das gemeinsame, friedliche  Erleben von Kultur unter freiem Himmel zu ermöglichen, fühlt sich die „Regler Produktion e.V.“ verpflichtet. Künstler von nah und fern, Vereine, Verbände, Institutionen, Politik und Verwaltung sowie Partner aus der vornehmlich lokalen Mülheimer Wirtschaft unterstützen dies im Rahmen eines breit gefächerten, lebendigen, kreativen und vertrauensvollen Netzwerkes. Seit 2012 gehört die „Regler Produktion e.V.“ zusammen mit dem „Mülheimer Kulturbetrieb“, dem „Theater an der Ruhr“, dem „Ringlokschuppen“ und dem „Amt für Kinder, Jugend und Schule“ zur Veranstaltergemeinschaft des „Mülheimer Ruhrsommer“. Die "Regler Produktion e.V. initiiert verstärkt soziale Projekte und ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V. (Der Paritätische).   


Das Naturdenkmal „Park an der Dimbeck mit Freilichtbühne“

„Zusammen mit der Freilichtbühne bildet die Grünanlage an der Dimbeck ein Ensemble, das den Vorstellungen der frühen 30er Jahre entspricht. Die Grünfläche entstand auf dem Gelände eines alten Steinbruchs. Der Mülheimer Gartenbaudirektor Fritz Keßler verhinderte, dass die Stadt hier ihren Müll abkippte, und entwarf 1932 diese bedeutende Grünanlage, deren historische Strukturen heute noch gut sichtbar sind. Noch immer befindet sich östlich des Rosen- und Staudengartens eine große Wiesenfläche, die von Pflanzen umgeben ist. Bemerkenswert sind überdies zahlreiche erhaltene Bäume des historischen Bestandes. Erkennbar sind außerdem immer noch Reste von Felspartien und Mauern aus der Anfangszeit.

Der „Dimbeckpark mit Freilichtbühne in Mülheim an der Ruhr“ verkörpert eine herausragende städtebauliche Leistung, weil mit ihm das intensiv genutzte Gelände eines ehemaligen Steinbruchs einer neuen Nutzung als öffentliche Grünanlage zugeführt wurde. Zugleich wurde mit dem Dimbeckpark eine neue Verbindung für Fußgänger vom historischen Stadtkern zum Kahlenberg oberhalb des Ruhrtals geschaffen. Als Veranstaltungsort spricht der Dimbeckpark mit Freilichtbühne weite Bevölkerungskreise an und trägt somit bedeutend zum kulturellen Leben der Stadt bei. Insofern sind mit dieser öffentlichen Grünanlage sowohl städtebauliche als auch kulturpolitische Ziele erreicht worden.«